Sonnenfinsternis über Hülptingsen

ein besonderer Fotoabend

Manchmal beginnt ein besonderes Foto nicht erst mit dem Druck auf den Auslöser. Diesmal begann mein Fototag schon einige Stunden vorher auf der Terrasse – mit Styropor, Klebeband, Sonnenfilterfolie und einer ziemlich konkreten Vorstellung davon, was am Ende funktionieren sollte.

Für die Beobachtung und Fotografie der Sonnenfinsternis musste zunächst ein sicherer Sonnenfilter für das Objektiv her. Also wurde kurzerhand selbst gebaut. Aus Styropor entstand eine stabile Halterung, die genau über die Gegenlichtblende meines Objektivs passt. Vorne wurde die spezielle Sonnenfilterfolie befestigt. Wichtig war mir dabei vor allem, dass der Filter fest sitzt und sich draußen nicht versehentlich vom Objektiv lösen kann.

Nachdem die Konstruktion fertig war, folgte der erste Test an der Kamera. Alles passte – der Blick durch die Kamera zeigte die Sonne sicher abgedunkelt und deutlich abgegrenzt. Damit konnte es losgehen.

Auf zur Fotolocation

Meine ausgesuchte Position lag westlich des Gewerbegebietes Hülptingsen, mit freiem Blick über die Felder in Richtung Hülptingsen und Rotdornstraße.

Stativ, Kamera, Teleobjektiv, selbstgebauter Sonnenfilter und natürlich etwas Geduld gehörten zur Ausrüstung. Noch stand die Sonne recht hoch und das Licht über den Feldern war kräftig. Jetzt hieß es: Standort einrichten, Bildausschnitt kontrollieren, Schärfe prüfen – und warten.

Das gehört für mich genauso zur Fotografie wie das eigentliche Fotografieren. Man sucht sich seinen Platz, beobachtet das Licht und überlegt schon vorher, wo die Sonne später stehen wird und welche Landschaft sich vielleicht mit ins Bild nehmen lässt.

Dann begann das Schauspiel

Nach und nach schob sich der Mond vor die Sonne.

Durch den Sonnenfilter war die teilweise bedeckte Sonnenscheibe wunderbar zu erkennen. Aus der runden Sonne wurde langsam eine immer schmalere Sichel. Besonders spannend war es, diesen Verlauf mit der Kamera festzuhalten und zwischendurch immer wieder die Einstellungen und die Schärfe zu kontrollieren.

Doch meine Lieblingsaufnahmen entstanden etwas später.

Als die Sonne tiefer sank, konnte ich den reinen schwarzen Hintergrund verlassen und die Umgebung in die Bilder einbeziehen. Die dunklen Silhouetten der Bäume, die Wolken und der warme Himmel gaben der Sonnensichel plötzlich einen völlig anderen Charakter.

Aus einer reinen Dokumentation der Sonnenfinsternis wurde ein Landschaftsfoto.

Besonders schön war der Moment, als die teilweise verfinsterte Sonne unmittelbar über den Baumwipfeln stand. Für wenige Minuten passten Sonne, Bäume, Wolken und Licht genau zusammen. Kurz darauf berührte die Sonnensichel bereits die Baumkronen und verschwand schließlich dahinter.

Ein Tag, der sich gelohnt hat

Von der selbstgebauten Filterhalterung auf der Terrasse über die Vorbereitung der Kamera bis zum Warten draußen am Feld war dieser Fototag wieder genau das, was für mich Hobbyfotografie ausmacht:

Eine Idee haben, etwas ausprobieren, improvisieren, auf den richtigen Moment warten – und am Ende mit Bildern nach Hause kommen, die es so kein zweites Mal geben wird.

Und ganz nebenbei zeigte sich wieder einmal: Für ein besonderes Foto braucht man nicht unbedingt eine Reise an einen exotischen Ort.

Manchmal reicht ein Stuhl am Feldrand westlich von Hülptingsen, eine Kamera auf dem Stativ – und zur richtigen Zeit der Blick in den Himmel.

JPL Fotografie – Hobbyfotografie aus Hülptingsen

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